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"Das fühlt sich für mich total gut an"

Godshornerin Ute Biehlmann-Sprung legt Rats- und Ortsratsmandat nieder

Ehrlichkeit und Geradlinigkeit sind ihr sehr wichtig: Ute Biehlmann-Sprung Ftot: O. Krebs

Ehrlichkeit, Gerad­linigkeit und Authenzität - drei wertvolle Charaktereigenschaften, die die Godshornerin Ute Biehlmann-Sprung treffend beschrei­ben. Fünf Jahre lang war sie Ortsbürgermeisterin. seit 13 Jahren ist sie Ortsverbandsvorsitzende und hat in all den Jahren immer mit viel Freude. Herzblut und Fingerspit­zengefühl agiert.

Jetzt hat die stellvertretende Bür­germeisterin der Stadt Langenha­gen ihr Ortsrats- und Ratsmandat niedergelegt, bleibt aber bis 2024 Ortsverbands Vorsitzende der Christdemokraten. Eine Entschei­dung, die Ehemann Michael - mit ihm ist sie bald 30 Jahre verheiratet - sehr begrüßt. Allzu oft habe er auf seine Frau in den vergangenen Jahren verzichten müssen, jetzt bleibe ihnen endlich mehr ge­meinsame Zeit. Das rechnet ihm Ute Biehlmann-Sprung hoch an: "Nicht jeder Partner macht das mit, sagt sie zur jahrelangen Un­terstützung ihres Mannes". Ein wenig blickt Ute Biehlmann- Sprung mit Wehmut zurück: "Der Kontakt zu den Menschen war im­mer das Schönste", sagt die 66-Jährige. Aber der soll auch nicht abrei­ßen,  denn Ute Biehlmann-Sprung ist ein sehr kommunikativer Mensch. Nur die Kommunikation in den politischen Gremien hat ihr zuletzt überhaupt nicht mehr ge­fallen, allzu oft habe sie sich verbie­gen und ihre guten Vorsätze über Bord werfen müssen. "Mein Ziel war immer die Wahrheit in der Sa­che zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Biehlmann-Sprung voller Überzeugung. Und auch wenn es den Fraktionszwang in der Partei nicht gebe, habe sie doch oft gegen ihre Überzeugung abstimmen müssen. Jetzt ist sie to­tal erleichtert: "Das fühlt sich für mich total gut an“, sagt Ute Bichl­mann-Sprung mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihr Vorsatz war seit Anfang ihrer politischen Ar­beit „Ich bleibe nur so lange dabei, wie ich mit Freude und Herzblut diese ehrenamtliche Arbeit leisten kann.

Sie hat nicht nur die beiden poli­tischen Ämter niedergelegt, son­dern ist "aus Enttäuschung über die Entwicklung und des Scheiterns des geplanten Treffs“ aus dem Ortsverein des Deutschen Ro­ten Kreuzes ausgetreten. Dafür ist sie jetzt aber förderndes Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr der Ortschaft, eine Entscheidung, die den frischgebackenen Ortsbrandmeister Michael Schuster sicher freuen wird. Und dann ist da noch ihr Herzensprojekt, die Streuobstwiese. Mittlerweile gibt es sogar zwei, die Ute Biehlmann-Sprung hegt und pflegt "Eine wollen wir jetzt mit Heidschnucken beweiden“, verrät sie schon ihr nächstes Projekt. Die 66-Jährige hat sich viele Jahre lang in "ihrer Ortschaft“ engagiert. Ute Biehlmann-Sprung war in ihrer Amtszeit eine wahre Kümmerin, die auch die Finanzen im Blick hatte Die viele schöne, aber auch einige traurige Momen­te in Erinnerung hat So liegt ihr die Schließung des Godshorner Schwimmbades im Auguste 2017 immer noch schwer im Magen.

Die zunehmende Müll Proble­matik auf dem Wertstoffcontainerplatz vor dem Hallenfreibadgelände hat sie mit Unterstützung der Mitarbeiter des Außendienstes des Ordnungsamtes in der Vergangen­heit immer tatkräftig bekämpft. Die Beerdigung des von ihr immer sehr verehrten früheren Gemeindedirektors Hermann Euscher ha­be sie sehr berührt genauso wie der frühe Tod ihres sehr geschätz­ten Ortsratskollegen Bernd Lach­mann. Dass sie die letzte Godshor­ner Ortsbürgermeisterin war, die nach 37 Jahren das letzte traditionelle Maibockschießen gemeinsam mit ihrem Ortsrat veranstalte­te, macht sie ebenfalls sehr betrof­fen. Die freudigen Momente über­wogen aber "Ute Biehlmann- Sprung denkt gerne an die Polo­naise“ beim stimmungsvollen Karneval in der Seniorenresidenz Eichenhof mit gebrochenem Fuß zurück, an ihre Rede auf Franzö­sisch beim Besuch der Delegation aus Le Trait und auch an die Aner­kennung die Annelie Boy, mit ei­nem ganzen Arm voller Sonnen­blumen nach erfolgreicher Suche nach einer DRK-Vorsitzenden. ihr entgegenbrachte, wird sie nie ver­gessen. "Immer wieder schöne Momente waren, wenn ich helfen konnte“, sagt Biehlmann-Sprung.

Spontan fällt ihr da der Junge ein, der sich eindrucksvoll für den Job eines Teichwarts bewarb. Auch der verzweifelte Vater, dem sie hel­fen konnte, als er sie um Hilfe bat, als er dringend für seinen kleinen traumatisierten Sohn einen Krip­penplatz suchte. "Kontakt suchen und helfen will sie auch weiterhin, denn sie liebt es einfach unter Menschen zu sein. Nur eben nicht mehr an vorderster Front."

Deshalb wird sie auch die Orga­nisation des CDU-Weinfestes wei­ter fest in ihrer Hand behalten. Aber die will sich auch mehr Aus­zeiten gönnen und freut sich auf die künftigen Urlaube auf ihrer ge­liebten Hallig Langeneß. Eines sei aber überfällig und wird dem­nächst auf jeden Fall in Angriff ge­nommen: „Eine Godshornerin hat mir vor einiger Zeit ein von ihr ver­fasstes Buch "Die großen Reden" von Angela Merkel geschenkt. Ich bin bislang nicht dazu gekommen es zu lesen, jetzt werde ich es end­lich tun“, freut sich Ute Biehl­mann-Sprung schon. So ganz von der großen und kleinen Politik kann sie dann eben doch nicht las­sen.

Quelle: Langenhagern ECHO | OK

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